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Mein Matrosenanzug

An eine Geschichte aus meiner Kindheit erinnere ich mich besonders gut. Eines Tages hatte ich meinen schönen Matrosenanzug angezogen und lief damit voller Stolz aus dem Haus.

Weit kam ich mit meiner feinen Erscheinung allerdings nicht. Prompt landete ich im „Mischdepuddel“, der stinkenden Brühe am Misthaufen.

Als ich anschließend wieder nach Hause kam, hielt sich die Begeisterung meiner Mutter verständlicherweise in Grenzen. Statt bewundert zu werden, bekam ich den „Arsch voll“ – und mein schöner Matrosenanzug verschwand danach für immer im Schrank.

Bild: Emil im Matrosenanzug mit seiner Mutter Anna Maria Morsch

Gut zu wissen:
So ein „Mischdepuddel“ gehörte damals ganz selbstverständlich zum bäuerlichen Leben. Seine Größe sagte sogar einiges über den Wohlstand eines Hofes aus: Je größer der Mischdepuddel vor dem Haus war, desto mehr Vieh besaß der Landwirt in der Regel – und desto wohlhabender war er.