1984 erkrankte unser Sohn Stefan mit 16 Jahren an Leukämie. Für Hiltrud und mich begann damit eine Zeit, in der plötzlich nur noch eine Frage zählte: Gibt es irgendwo eine Behandlung, die ihm helfen kann?
Wir suchten weltweit nach Möglichkeiten, fanden schließlich einen passenden Spender und reisten mit Stefan zur Behandlung nach Seattle. Die Transplantation war erfolgreich. Stefan war der erste Europäer, dessen Leukämie mit dem Knochenmark eines nicht verwandten Spenders geheilt wurde. Kurz vor der geplanten Heimreise starb er dennoch an einer schweren Lungenentzündung.
Stefan hatte sich gewünscht, dass andere Patienten einmal bessere Chancen haben sollten. Hiltrud und ich wollten diesen Wunsch nicht einfach stehen lassen. 1986 gründeten wir die Stefan-Morsch-Stiftung und bauten die erste Stammzellspenderdatei Deutschlands auf. Aus dem Verlust unseres Sohnes entstand damit eine Aufgabe, die unser weiteres Leben über Jahrzehnte bestimmen sollte.
Was daraus später gewachsen ist, hätte damals wohl niemand von uns vorhersehen können.