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Von Mäusen in der Klosterküche

Meine Zeit als Klosterschüler bei den Steyler Missionaren nahm ein etwas anderes Ende als ursprünglich geplant.

Dass aus mir einmal ein Missionar werden könnte, war nicht meine eigene Idee. Als Erstgeborener hatte meine Mutter dafür offenbar gewisse Vorstellungen. 1953 kam ich deshalb als Klosterschüler in den „Paterhof“, das Missionshaus der Steyler Missionare in St. Wendel.

Wir Schüler wurden damals „Zöglinge“ genannt und lebten dort ziemlich abgeschirmt. Schule, gemeinsames Leben und feste Regeln gehörten zum Alltag. Für einen Jungen, der vorher in Reitscheid und Alsweiler aufgewachsen war und bei Streichen selten weit weg stand, war das durchaus eine Umstellung.

Ganz reibungslos verlief diese Zeit dann auch nicht.

Kartoffelernte einmal anders

Zur Klosterschule gehörte damals nicht nur Unterricht. Die Schüler mussten auch mit anpacken. Dazu zählte unter anderem die Kartoffelernte.

Während die anderen also mehr oder weniger pflichtbewusst Kartoffeln einsammelten, hatte ich etwas anderes entdeckt, das meine Aufmerksamkeit offenbar stärker auf sich zog: Mäuse.

Also sammelte ich nicht nur das ein, was eigentlich vorgesehen war.

Einige der Mäuse schafften es anschließend sogar bis ins Klostergebäude. Genauer gesagt in die Küche der Ordensschwestern.

Was dort passierte, nachdem die unerwarteten Gäste auftauchten, ist in meiner Zeitleiste leider nicht weiter überliefert. Man kann sich aber vorstellen, dass die Begeisterung überschaubar gewesen sein dürfte.

Und offenbar war es auch nicht unbedingt die beste Empfehlung für eine längere Karriere bei den Steyler Missionaren.

Zurück nach Hause

Irgendwann wurde meinem Vater nahegelegt, seinen Sohn wieder vom Privatgymnasium zu nehmen. Er holte mich zurück nach Hause.

Böse war ich ihm deswegen nicht. Im Gegenteil: Ich bin ihm bis heute dankbar dafür.

Denn bei allem Respekt vor den Steyler Missionaren – für ein Leben im Kloster war ich offensichtlich nicht besonders geeignet.

Die Mäuse vermutlich auch nicht.

Nach meiner Zeit im Paterhof ging meine Schulzeit in St. Wendel weiter. Ab 1956 besuchte ich das Gymnasium Wendalinum. Dass es dort anschließend völlig ruhig um mich wurde, wäre allerdings auch nicht ganz richtig.

Aber das ist eine andere Geschichte.