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Hoch zu Ross bei der Luftwaffe

Wie ich 1962 in Celle als Zugführer plötzlich reiten lernen musste – obwohl die Bundeswehr bekanntlich keine Kavallerie hatte.

1962 war ich als junger Luftwaffensoldat in Celle stationiert. Für eine Veranstaltung des Kyffhäuserbundes war ich als Zugführer vorgesehen. Das allein wäre noch keine besondere Geschichte gewesen. Allerdings sollte der Zugführer den Festumzug hoch zu Ross anführen.

Es gab nur ein kleines Problem: Besonders viel Erfahrung auf einem Pferd hatte ich nicht.

Also musste kurzfristig Abhilfe her. Am Abend vor dem Umzug zeigte mir die – wie ich mich erinnere – äußerst charmante Tochter eines Pferdehofbesitzers, was man wissen musste, um am nächsten Tag einigermaßen ordentlich im Sattel zu sitzen. Viel Zeit für eine gründliche Reitausbildung blieb jedenfalls nicht.

Der Crashkurs musste reichen.

Und tatsächlich saß ich am nächsten Tag an der Spitze des Festzuges auf dem Pferd und führte den Zug durch Celle. Für einen Soldaten der Luftwaffe war das vermutlich nicht die Fortbewegungsart, die man bei meiner Einstellung vorgesehen hatte.

Die Bundeswehr hatte schließlich keine Kavallerie.

Solche Sachen kamen während meiner Zeit in Celle öfter vor. Wenn irgendwo etwas organisiert wurde oder eine ungewöhnliche Aufgabe anstand, war ich selten weit weg. Im selben Jahr beteiligten sich Soldaten des Standortes beispielsweise an einer Geldsammlung zugunsten Contergan-Geschädigter. Dabei konnte ich das beste Sammelergebnis erzielen, was sogar in der örtlichen Presse erwähnt wurde.

Bei einer weiteren Veranstaltung in einer Flugzeughalle war ich als Ordonnanz für die damaligen Stars Billy Mo und Grit van Hogh eingeteilt.

Luftwaffe, Pferd, Spendensammlung und prominenter Besuch – 1962 war offenbar einiges los in Celle.